8.12.2014-Fehmarnsches Tagesblatt: Täuschung war nie Absicht

Nach das Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung am 3.12.2014 die neue Finanzanlyse zum Belttunnel von Femern A/S unter der Überschrift “Tricksen – Täuschen – Tarnen” scharf kritisiert hatte,, meldet sich jetzt Femern A/S im Fehmarnschen Tagesblatt zu Wort.

Lesen Sie den Artikel hier…

Dies wiederum veranlasst das Aktionsbündnis zu einer entsprechenden Stellungnahme per Leserbrief:

Leserbrief
Klarstellung zu „Täuschung war nie Absicht“ vom 8.12.2014

Soll man den Vorhabenträger des Belt-Tunnels, Femern A/S, dafür loben, dass er viele seiner Unterlagen auf seiner Internetseite veröffentlicht? Da sich manches davon als teils fragwürdig herausgestellt hat, lässt sich diese Frage aus der Sicht des Aktionsbündnisses nicht eindeutig beantworten. Dies betrifft vor allem die Informationen, die für die institutionelle Entscheidung zum Bau des Tunnels maßgeblich sind. Die aus unserer Sicht manipulierte Finanzanalyse und die ihr zugrunde liegende neue Verkehrsprognose für das erwartete Verkehrsaufkommen liefern dafür ein letztes Beispiel. Als wir unsere Kritik an diesen Studien zur Presse gaben, lag die Finanzanalyse jedenfalls nur auf Dänisch und die Verkehrsprognose nur auf Englisch vor. Das hatten wir vorher überprüft. Festzuhalten ist auch, dass der deutsche Normalbürger mit Schulenglisch die veröffentlichte Verkehrsprognose nicht lesen kann. Und selbst englische Normalbürger hätten damit ihre Schwierigkeiten.
Die Klimmzüge der Femern A/S zur Erklärung des neuen Baubudgets für den Tunnel sind müßig. Schon die alte, sehr grobe Kostenschätzung von 5,5 Mrd. Euro aus dem Jahr 2011 stellte eine permanente Täuschung der Öffentlichkeit dar. Sie war viel zu niedrig und hätte schon damals bei Anwendung des praxisüblichen Kostenzuschlags bei Vorentwürfen 6,2 Mrd. betragen müssen. Im Jahr 2011 musste aber das Verkehrsministerium bzw. Femern A/S erst mal den Folketing dazu bewegen, das im Projektierungsgesetz vorgegebene Budget von 5,1 Mrd. Euro um 400 Mio. Euro zu erhöhen. Das nennt man geschickte Manipulation durch Täuschung. Und manche deutsche Wirtschaftsverbände und Zeitungen wurden nie müde, diese offensichtlich falschen Kostenangaben zu zitieren – so noch vor wenigen Wochen. Welche gelungene Täuschung der Bürger, in der Tat!
Bei der Verkehrsprognose 2014 beruft sich Femern A/S auf die „anerkannten“ Gutachterbüros Intraplan und BVU. Aus deren Verkehrsprognosen von 2003 wird leicht ersichtlich, dass sie mit ihren Einschätzungen zur Entwicklung der Rahmendaten teilweise grob neben der Realität lagen. Hier dürfte die Frage berechtigt sein, warum Femern A/S dieselben Gutachter erneut mit der Überarbeitung der eigenen früheren Fehlleistungen beauftragt hat. Praxisüblich ist dies nicht. Und ein Blick in die von BVU produzierten „Gutachten“ zur festen Fehmarnbeltquerung lässt den Verdacht aufkommen, dass diese nur zur Erfüllung ministerieller Wünsche dienten. Das im Jahr 2011 von BVU für den damaligen Verkehrsminister Ramsauer produzierte Nutzen-Kosten-Verhältnis von 6,7:1 für die deutsche Schienen-Hinterlandanbindung wurde von mehreren Sachverständigen als absurd verrissen. Bei beiden Gutachterbüros besteht also ein erhebliches Glaubwürdigkeitsdefizit, das zu Zweifeln an der neuen Studie berechtigt.
Fazit: Es ist Weihnachtszeit. Doch den Märchen der Femern A/S sollte man keinen Glauben schenken.
Hendrick Kerlen
Aktionsbündnis gegen eine
Feste Fehmarnbeltquerung e.V.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>